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Die Skandinavier und das Rheinland

Da wir Wikinger und auch Moselfranken darstellen, stellt sich die Frage, was die Wikinger in unserer Region zu suchen hatten und wie wir das darstellungstechnisch umsetzen können.

Handel zwischen dem Rheinland und dem Norden ist schon lange zurvor nachgewiesen. Beliebte Exportgüter waren vor allem:

- Glaswaren
- Keramik
- Mühlsteine
- (Schwert)Klingen

Diese wurden im Gegenzug gegen nordische Erzeugnisse, wie Pelze und Bernstein, eingetauscht. An erster Stelle ist hier Birka als einer der wichtigsten Pelzmärkte zu nennen. Aber auch Waren aus dem Orient fanden ab dem 9. Jhd zunehmend den Weg über den Norden zu uns. An erster Stelle natürlich besondere Stoffe wie Seide. Der Handel über den Norden war eine - auch politisch gewollte - Alternative zum direkten Handel über das Mittelmeer, welcher immer mehr von Venedig dominiert wurde. Eine Beleg für diese "baltische Brücke" ist vor allem das arabische Geld, das sich im gesamten skandinavischen Raum findet.
Drehscheibe für den Handel zwischen Rheinland und Skandinavien waren vor allem Dorestad in Friesland bis zu seiner Zerstörung durch eine Sturmflut 864 und Sliasthorp/Schleswig bzw. Hedeby/Haitabu.

Glaswaren

Die Kunst der Glasherstellung fand ihren Weg ins Rheinland über die Römer. Die Franken übernahmen die römischen Strukturen ab den 5. Jhd nach und nach und führten unter anderem die Kunst der Glasherstellung weiter.
Dies belegt zum Beispiel der Fund eines fränkischen Glasbechers aus dem 6. Jhd. in Dorestad. In der Hochmark nahe des Ortes Kordel (Cordel) bei Trier wurde Angang des 8. Jhd eine bedeutende Produktionsstätte für Glas gegründet - sie war die einzige im ganzen Rheinland! Hier wurden sowohl Trinkgefäße (Tummler, Trichter- und Kugelbecher), aber auch gerahmtes Flachglas (z. B. für Fenster) hergestellt.
In Schweden belegen dies unter anderem Grabfunde in Birka (Gäber 10, 11 (B), 25 (B,W), 39 etc..). In Dänemark Funde in Darum (zw. Esbjerg und Ribe), in Hedeby, Sylt und Föhr/Utersum. In Holland Funde in Dorestad und Groningen und viele mehr.
Ein weiterer "Luxusartikel" waren Taschenspiegel aus dem Kölner Raum. Diese Utensilien wurden nach römischen Vorbild hergestellt, bzw. waren eine Weiterentwicklung der bereits vorhandenen römischen Produktion. Hergestellt wurden diese aus entfärbtem Glas (was eine besonders hohe Anforderung an die Herstellung erforderte), das mit einer dünnen Bleischicht bezogen wurde. Die Funde gehen davon aus, dass solche Gegenstände in Lederbeuteln verwahrt wurden. In Birka bestätigen einige Grabfunde (Nr: 559, 581, 644, 707 etc..) die Herkunft aus dem Kölner Raum.
Eine weitere Handelsware waren Glättsteine (quasi die frühe Form des Bügeleisens), die aus Glas gefertigt wurden.

Wein

Fundreste von Holzfässern lassen darauf schließen, dass auch Wein aus dem Rheinland in den Norden transportiert wurde. Die Fässer wurden aus Hölzern hergestellt, die zu dieser Zeit in Skandinavien nicht wuchsen. Z.b. Fichte aus Sachsen oder dem Oberrhein, Tannenholz vom Oberrhein (8.-9. Jhd., vermutlich dann im Rheingau mit Wein befüllt), oder Eiche aus der Mainzer Gegend (7.-8. Jhd).

Keramik

Auch rheinische Keramik lässt sich in vielen Handelspunkten Skandinaviens nachweisen. Z.b. sog. Pingsdorfer Transportgefäße aus der Kölner Region, Keramik Baddorfer Typs aus der Brühler Region. Der Abbau erfolgte direkt im Tagebau in Tonkaulen, produziert, bzw. gebrannt wurde in sog. karolinischen Ringöfen.
Die Vielfalt der Formen war enorm - vom Trinkbecher bis hin zum großen Transport Amphoren für Öle oder Wein, wobei die Gefäße eher durch ihren Inhalt in den Norden gelangt sind - oder als "Begleiter" der fahrenden Händler, denn Gebrauchskeramik wurde zumindest in Norddeutschland und England auch direkt vor Ort hergestellt.

Mühlsteine

Quasi bei uns um die Ecke - aus Mayener Basalt - stammen Handmühlsteine, die vielerorts im Norden gefunden wurden. Basalt ist ein hervorragender Stoff für Mühlsteine, da er sich durch einen sehr geringen Abrieb auszeichnet. Die Haltbarkeit dieser Werkzeuge wird auf 5 - 7 Jahre geschätzt - je nach Nutzung. Ein zentraler Drehpunkt für den Handel mit Mühlsteinen war Haitabu. Neben fertigen Produkten wurden hier auch "Halbzeuge" gefunden, die dann vor Ort fertiggestellt und bis nach Norwegen weiterverkauft wurden.

Schwerter und Klingen

Info folgt..

Quellen:

Holger Armann, "Schweden und das karolingische Reich - Studien zu den Handelsverbindungen"
Heiko Steuer, "Der Handel der Wikingerzeit zwischen Nord- und Westeuropa aufgrund archäologischer Zeugnisse", Sonderdruck der Albert Ludwig Universität Freiburg

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Externe Links

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